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Andere Darstellungen / Epochen

Eggmühl 2008

Bericht von Christophorus Fritz - seines Zeichens Rekrut und Companieschreiber im hochwohllöblichen k.k. Inf. Reg. No 56 „Wenzel Graf Colloredo“

Das noch junge Königreich Bayern, das erst 1806 in diesen Stand von Napoleons Gnaden erhoben wurde, erlebte an zwei Tagen im April 1809 dramatische Stunden. Unweit der Domstadt Regensburg trafen Franzosen, Bayern und Verbündete bei Eggmühl auf ein Korps der österreichischen Armee. Um dieser gewaltigen Schlacht zu gedenken und um den 200-jährigen Jahrestag 2009 vorzubereiten, luden die bayerischen Kameraden vom 2. Chevaulegèrs-Regiment Taxis zu einem kleinen Event ein. Neben Sachsen, Franzosen und Schweizern waren auch die Colloredo-Grenadiere in geringer Stärke dem Ruf der Bayern gefolgt. Zum Verdruss Ihro Gnaden Major Rabenstein liefen die Grenadiere Führer und Fritz zum Feinde über und hüllten sich in Uniformen des 13. bayerischen Infanterieregimentes, 1. Füsilier-Batallion. Eine Premiere sondergleichen: Denn bisher waren noch nie komplett ausgerüstete bayerische Infanteristen erschienen – und unser Herr Major durfte zumindest auf ebenbürtige Gegner hoffen.

Der Reservistenverband der deutschen Bundeswehr sorgte vorbildlich für Verpflegung, die Heimatpfleger zogen mit einer kleinen Ausstellung und einem Vortrag die Besucher in ihren Bann.

Genau betrachtet wurde nicht die Hauptschlacht bei Eggmühl dargestellt, sondern das Rückzugsgefecht am 22. April 1809, bei dem gut 15000 Kavalleristen aufeinander einhieben.

Und so zeigten sich die Taxis-Reiter, eine der besten Reitertruppen in Europa, beinahe in voller Stärke, während auf der anderen Seite kaiserliche Dragoner erschienen waren.

Im Laufe des Freitags trafen nach und nach alle Truppen ein und einmal noch wurde am Abend in friedvoller Eintracht an den Feuern gefeiert. Anderntags marschierten Infanterie, Artillerie und Kavallerie zum Schlachtfeld und nahmen Aufstellung. Die Sonne meinte es beinahe zu gut mit den Soldaten, der Schweiß floss in Strömen. Nach heftigen Kavallerie-Gefechten setzte sich die Infanterie in Gang. Die bayerischen Füsiliere Führer und Fritz hatten sich bei den sächsischen Jägern und den der 9. französischen Leichten rangiert und marschierten auf dem rechten Flügel ausgerechnet auf die Grenadiere des k .k. Infanterie-Regimentes Nr. 56 zu.

.Genau zu beobachten war, wie unser Herr Major Rabenstein mit den ihm verbliebenen Grenadieren Lang, Teissl und Berker mitleidslos die armen Bayern aufs Korn nahm. Salve um Salve flog den Kämpfenden um die Ohren – was von den zahlreichen Zuschauern mit mächtigem Beifall quittiert wurde.

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Schließlich zog sich das kaiserliche Heer zurück und nach einer Festansprache eines Bundeswehr-Generals konnten endlich die durstigen Kehlen befriedigt werden. Rittmeister Matejka von den Taxis-Chevaulegèrs wurde für die glänzende Organisation ausgezeichnet und es sei ihm an dieser Stelle herzlich für die hervorragende Veranstaltung gedankt. Im nächsten Jahr werden gut 1 000 Reenactors erwartet und zwar auf historischem Boden der Schlacht von Eggmühl.

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Letzte Aktualisierung: 17.03.2011